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"Elektronische Schwungmasse" | ![]() |
Abb.1: 2 x BD675 o.ä.; Widerstand R
1,8kOhm - 33kOhm
Wer
kennt das nicht, trotz großer Schwungmasse, oder gar durch den Einsatz eines
Faulhabermotors mit Schwungmasse, ist der Auslauf des Triebfahrzeugs nicht
besonders groß. Wenn die Ursache nicht in mechanischen Widerständen zu suchen
ist, dann in den elektrischen.
Jeder
Gleichstrommotor funktioniert auch umgekehrt, d. h. er läßt sich auch als
Generator benutzen. Aber genau dieser Effekt stört bei der Modellbahn, denn
sobald ein Triebfahrzeug mit Schwung-masse in einen stromlosen Abschnitt fährt
arbeitet der Motor als Generator und versorgt alle elektrischen Verbraucher, wie
Beleuchtungen und Rauchsätze, mit Strom. Da diese alle einen elektrischen
Widerstand besitzen, und deshalb den "Generator" belasten, wird dieser
abgebremst. Somit verkürzt sich der Auslauf oder geht ganz verloren. Dieser
Effekt läßt sich aber mit der kleinen Schaltung nach Abb.1 verhindern. Die
beiden Transistoren vom Typ BD 675 arbeiten hier als spannungsgesteuerte Dioden.
Der Widerstand R Beeinflußt ab welcher Spannung Strom durch die Transistoren
zum Motor gelangt. Wird die Versorgungsspannung unterbrochen, sperren die
Transistoren und der Motor wird von den Verbrauchern abgetrennt. Er erzeugt zwar
weiterhin eine Spannung, wird aber wegen fehlender Last nicht mehr abgebremst!
Durch R läßt auch die Anlaufspannung des Modells verändern (erst bei größerem
R, R ist durch Versuche zu ermitteln).
Wird
die Anlaufspannung stark erhöht verkleinert sich zwangsläufig der
Regelbereich.
Am besten haben sich Werte für R zwischen 1,8 kOhm und 4,7 kOhm für Roco und Faulhaber-motoren (kleinere Werte für Roco Motoren) bewährt. Die Schaltung baut man am besten auf eine Lochrasterplatine von 10 x 20 mm Größe. Nun wird die fertige Schaltung, gut isoliert, in die Leitungen vom Fahrtrichtungsumschalter (bei AC Modellen) oder Radkontakten zum Motor zwischen geschaltet. Jetzt besitzt das Modell, auch bei beleuchteten Zuggarnituren oder auch bei Kurzschlüssen, immer vollen Auslauf.
Die
Schaltung ist für den Analogbetrieb gedacht. Ein Digitaldecoder beinhaltet die
Funktion der hier beschriebenen Schaltung schon in seinem Aufbau.
©
Sven Zänger